Dienstag, 3. Februar 2009

Von Blau und Weiß - Delft

Kurz vor meiner Abreise habe ich noch einen kleinen Abstecher nach Delft gemacht.

Ein kleines typisch holländisches Städtchen mit Grachten, das für sein blau-weißes Porzellan bekannt ist. Deshalb war ich eigentlich auch da, denn hier sollte das Weihnachtsgeschenk für meine Mutter gekauft werden, das ihre kleine Sammlung von Häuschen aus Delfter Porzellan erweitern sollte.

Ein Stadtbummel, mehr nicht. Aber viel mehr geht da auch nicht. Trotzdem, ist ganz niedlich da! Hier ein paar Bilder...


























Im TV fällt einem schnell auf, dass die Niederländer humormäßig doch näher an Großbritannien liegen. Die nötige Prise schwarzer Humor und keine Angst vor überzogenen Peinlichkeiten macht die Fernsehwerbung irgendwie anders.

In einer Zeitschrift ist mir dann diese Anzeige aufgefallen...

Frau denkt sich: Oh, ein Pröbchen mit Handcreme! Wunderbar! :)

Schnell ist es abgerissen und ausprobiert, aber welche Marke verbirgt sich eigentlich dahinter?

Bei genauer Betrachtung stellt man fest, dass die Anzeige von der niederländischen Poliziet geschaltet wurde!

Reißt man das Pröbchen ab, wird folgender Text sichtbar:

Leider ist das Pröbchen "Smeris für Frauen" schon weg. Aber eine Stelle bei der Polizei gibt es noch! Denn als Polizist musst Du nicht nur Deinen Mann stehen, sondern auch mit Menschen und Emotionen umgehen können. Also auch die softe Seite zeigen. Schau deshalb auf www.kombijdepolitie.nl nach einer Stelle.
















Dann fiel mir der Name der Creme auf. "Smerig" würde schmierig bedeuten, was man ja irgendwie mit einer Creme verbinden könnte und für meine Nicht-Native-Speaker-Ohren ganz plausibel klang.

Schlägt man aber nach, so findet man schnell raus, dass "Smeris" das niederländische Schimpfwort für Polizisten ist, quasi "Bulle". Na, das nenne ich doch mal Selbstironie! :)

Wieso sollten die Niederländer ausgerechnet zu Weihnachten aufhören, alles Essbare in die Friteuse zu schmeißen!?

Tadaaa, ich präsentiere den Oliebol! In diesem Fall ein Berlijner Bol mit Vanillecreme gefüllt :)











Mmmh, öliger Teil in Öl gebacken... Eine echt fettige Angelegenheit und nach einem einzigen ist mir schon ein bisschen schlecht geworden.

Und hier kauft man ihn typischerweise - an einem Wagen für "Hollandse Gebakkraam"!
















Und fragt mich nicht, was das für ein komischer Gnom ist, aber der wird dort jedes Jahr zu Weihnachten aufgebaut... Ich glaube ein Klabauter, jedenfalls kein Weihnachtsmann!

Die Stände stehen dann in den Fußgängerzonen und am Bahnhof.

Montag, 2. Februar 2009

Sinterklaas unlimited

Nein, die Ankunft des Sinterklaas am 15. November reichte mir nicht! Deshalb ging es am 30. November auch noch zur Sinterklaas-Party der Couchsurfer Community.

Das ganze Wochenende stand im Zeichen des weißbärtigen alten Mannes und hunderte Couchsurfer waren nach Rotterdam gereist. Ich habe jedoch nur an der Party teilgenommen bzw. ich hatte es vor!












Ich hatte mich vorab brav in die Online-Liste eingetragen, den Eintritt gezahlt und auch ein Wichtel-Geschenk im Wert von 5 Euro mitgebracht. Leider hatte ich jedoch auch kurz zuvor chinesisches Essen zu mir genommen und das sollte mir diesmal leider nicht gut bekommen :(

Bevor ich jedoch fluchtartig den Saal verließ, durfte ich noch ein paar Szenen erleben...

  • ein schwarzer Sinterklaas, der immerzu nach "Chicks" verlangte
  • anmoderiert von einer pink-perückigen Sinterklara
  • zwarte Piets die Kruidnoten wie Geschosse nur so um sich warfen
  • ahnungslose Couchsurfer, die von den Piets in einen Sack gesteckt wurden, um dann als Sklaven nach Spanien mitgenommen zu werden
  • eine wilde Geschenkvergabe beim Wichteln
  • einen rutschigen "Teppich" aus zertretenen Kruidnoten
Es war etwas... äääh... gewöhnungsbedürftig! Viele Angereiste hatten ebenfalls Probleme mit der überzogenen Art des niederländischen Humors. Na ja, ich freute mich sowieso mehr auf den anschließenden Tanz-Teil der Party!







Allerdings war das Ganze für mich nach dem Auspacken meines Geschenks vorbei. Ich erwähnte gerade schon das Essen...

Ich habe ein Büchlein mit den 25 Top-Zielen in Europa bekommen und ein kleines Buch mit Weisheiten. Das ist übrigens im Internet registriert, damit man dort seinen Weg um die Welt nachverfolgen kann. Bislang hat es das Buch bis nach Liechtenstein geschafft. Und dann noch eine Packung "Wash Away Your Sins".
















Ich habe übrigens eine Holy Toast Form verschenkt - für das tägliche Frühstückswunder... Natürlich schöööön sinterklaasig verpackt! :)

Freitag, 30. Januar 2009

Sneeuw!

Der erste ernstzunehmende Schnee hüllte Rotterdam am 23. November in ein zartes Weiß...














Und ich musste feststellen, dass die Sohlen meiner Winterstiefel gerissen(!) sind... Erstmal schöööön nasse Füße bekommen :-|

Wer sich fragt, warum ich mich bei sonem Wetter am Hauptbahnhof rumtreibe - das war an Sabines Abreisetag.

Donnerstag, 29. Januar 2009

Wenn Briefkästen was zu sagen haben...

Typisch niederländische Briefkästen... Die sagen dem Briefträger nämlich ganz genau, was durch den Schlitz geschoben werden darf!

Nicht adressierte Werbung? Ja oder Nein?
Gratis Zeitungen? Ja oder Nein?



Nur wer gar keinen Aufkleber hat, bekommt ausnahmslos alles! :)

Ebenfalls ist es nicht unüblich, dass bei großen Häusern mit vielen Wohnungen, jede ihre eigene Hausnummer hat...

Zum Eintritt ins Architekturmuseum gehört auch eine Besichtigung der Villa Sonneveld.

Sie ist Stellvertreter für topmodernes Wohnen in der 1930er Jahren. Nicht nur das Haus ansich, auch das Mobiliar wurde damals ganz individuell für die dort einziehende (sehr reiche) Familie konstruiert.










Mehrere großräumige Schlafzimmer, Wasch- und Kochküche, beleuchtete und quasi begehbare Kleiderschränke, Massagedusche, Essensaufzug und und und - einfach alles, was das Herz auch heute noch begehrt...



















Alles ist renoviert worden und wird top in Ordnung gehalten. Deshalb auch die Pantoffeln...












Ich fand es ganz interessant, tatsächlich echte Möbel aus dieser Zeit sehen zu können. Faszinierend, dass moderne Häuser heutzutage ähnlich aussehen. Sehr geradlinig und klotzig.

Man muss jedoch bedenken, dass das tatsächlich Bonzen-Räumlichkeiten waren und somit eine Ausnahme für diese Zeit...