Freitag, 30. Januar 2009

Sneeuw!

Der erste ernstzunehmende Schnee hüllte Rotterdam am 23. November in ein zartes Weiß...














Und ich musste feststellen, dass die Sohlen meiner Winterstiefel gerissen(!) sind... Erstmal schöööön nasse Füße bekommen :-|

Wer sich fragt, warum ich mich bei sonem Wetter am Hauptbahnhof rumtreibe - das war an Sabines Abreisetag.

Donnerstag, 29. Januar 2009

Wenn Briefkästen was zu sagen haben...

Typisch niederländische Briefkästen... Die sagen dem Briefträger nämlich ganz genau, was durch den Schlitz geschoben werden darf!

Nicht adressierte Werbung? Ja oder Nein?
Gratis Zeitungen? Ja oder Nein?



Nur wer gar keinen Aufkleber hat, bekommt ausnahmslos alles! :)

Ebenfalls ist es nicht unüblich, dass bei großen Häusern mit vielen Wohnungen, jede ihre eigene Hausnummer hat...

Zum Eintritt ins Architekturmuseum gehört auch eine Besichtigung der Villa Sonneveld.

Sie ist Stellvertreter für topmodernes Wohnen in der 1930er Jahren. Nicht nur das Haus ansich, auch das Mobiliar wurde damals ganz individuell für die dort einziehende (sehr reiche) Familie konstruiert.










Mehrere großräumige Schlafzimmer, Wasch- und Kochküche, beleuchtete und quasi begehbare Kleiderschränke, Massagedusche, Essensaufzug und und und - einfach alles, was das Herz auch heute noch begehrt...



















Alles ist renoviert worden und wird top in Ordnung gehalten. Deshalb auch die Pantoffeln...












Ich fand es ganz interessant, tatsächlich echte Möbel aus dieser Zeit sehen zu können. Faszinierend, dass moderne Häuser heutzutage ähnlich aussehen. Sehr geradlinig und klotzig.

Man muss jedoch bedenken, dass das tatsächlich Bonzen-Räumlichkeiten waren und somit eine Ausnahme für diese Zeit...

Wenn man sich in einer Stadt befindet, in der Architektur eine besondere Bedeutung hat, dann muss man sich nicht wundern, dass es dort auch ein Architekturmuseum gibt. Und das stand noch auf meiner Liste... Also hin, mit Sabine im Schlepptau ;)

Das Gebäude ansich ist schon einen Besuch wert. Mir hat die Kombination aus rohen Wänden und knalligen Farben sehr gut gefallen. Ein Gebäudeteil ist quasi auf Wasserebene und man kann ständig durch Fenster in den Wänden in andere Räume schauen. Sehr schick alles...















Und was gab es zu sehen?

Eine Ausstellung mit lauter aktuellen Zeitungsschnipseln über Architektur-Geschehnisse in den Niederlanden. Modelle und Gedanken zu innovativen Wohnräumen, die speziell auf die Besonderheiten der Niederlande eingegangen sind.

Eine Etage über die Geschichte der Architektur mit Modellen, Fotos und Grundrissen - manche waren echt kleine Kunstwerke!







Oben dann etwas multimedialer... Filmchen über Architekten und deren Werke und noch mehr Modelle von Gebäuden, die auch in der Region gebaut worden sind. Ich habe sogar ein paar wiedererkannt...

Und eine Lego-Ecke, in der sich jeder selbst als Architekt betätigen kann! Oder eben doch als Brillendesigner... :)









Na ja, das Museum ist eben doch sehr speziell und sicherlich interessanter, wenn man sich in der Architektur besser auskennt.

Trotzdem haben wir unseren Spaß gehabt und schließlich gab es da noch das "Huis Sonneveld", aber darüber will ich in einem anderen Beitrag berichten ;)






Sabine in Rotterdam und kein Kinobesuch? Ha, natürlich nicht!

Diesmal stand "Burn after Reading" auf dem Programm. Wenn mir Leute von diesem Film erzählten, kamen immer Kommentare wie "seltsam", "komisch", "gewöhnungsbedürftig", aber gut! Und ja, auch ich bin versucht, derartige Adjektive zu verwenden.

Eine anfangs etwas verworrene Geschichte mit rabenschwarzem Humor und extrem eigenwilligen Charakteren. "What the fuck...?" ist definitiv der am häufigsten vorkommende Satz und Brad Pitt sorgt durch das brillante Schauspiel als dümmlich naiver Fitnesstrainer für einige Lacher.

Mir hat der Film gut gefallen. Einer der Filme, die man ruhig auch nochmal anschauen kann, ohne dass es langweilig wird.

Die Dudok Appeltaart ist eine Rotterdamer Spezialität und über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt! Ins Café Dudok habe ich es zwar nicht geschafft, aber fast jedes andere Café bezieht von dort seinen Kuchen.

Auch Sabine ist bei ihrem Besuch in den Genuss dieses genialen Apfelkuchens gekommen. Da ich den Kuchen schon von einer Geburtstagsrunde bei MetrixLab kannte, habe ich den Spekulatiuskuchen probiert. Mmmmh, lekker! :)











Übrigens, der Latte Macchiato ist in den Niederlanden gar nicht so beliebt. Er steht auf der Karte, es gibt ihn in den Multifunktionsmaschinen, aber kaum einer trinkt ihn oder weiß was es ist...

Am liebsten einfach stinknormalen Kaffee! Das soll ja auch ein Grund sein, warum Starbucks sich noch nicht in den Niederlanden ausgebreitet hat... Na ja, nur so am Rande...

Mittwoch, 28. Januar 2009

Dag Sinterklaasje!

Der Heilige Nikolaus kommt aus Spanien und zwar mit dem Schiff. Außerdem hat er ein weißes Pferd und viele kleine schwarze Helferlein, die sogenannten schwarzen Peter (Zwarte Piet). So jedenfalls besagt es die niederländische Sinterklaas Tradition. Und die ist wirklich ein Erlebnis!

Schon lange wusste ich, dass das Schiff vom Nikolaus am 15.11. in den Niederlanden anlegen würde - jedes Jahr in einem anderen Küstenort, 2008 sollte es Almere sein. Allerdings haben Felix und ich uns letztendlich gegen den Reiseaufwand und für den "unechten" Sinterklaas in Rotterdam entschieden. Denn überall wo Wasser ist, da kommt auch einer an ;)









Um 12 Uhr sollte es los gehen und ich war schon so aufgeregt! :) Also hin zum Leuvehoofd und rein in die Eltern/Kind-Menge. Wir gehörten tatsächlich zu den wenigen Zuschauern, die kein als zwarte Piet oder Sinterklaas verkleidetes Kind an der Hand oder auf den Schultern hatten. Dementsprechend war auch das Programm auf der Bühne ausgelegt.

Ein Nikolaus-Lied nach dem anderen wurde angestimmt und alle sangen und klatschten mit. Wer sich jetzt traditionelles Liedgut vorstellt liegt falsch - der Disco-Piet (mit einer gigantischen Kugel-Frisur) gab den Takt an und jedes Lied war mit tanzbarem Beat hinterlegt. Ja, es gab sogar einzelne Choreographien! :)









Ab und zu rief der Nikolaus an und erzählte über die Lautsprecher, dass er gleich da wäre und schon den Euromast sehen könnte. Wir erfuhren auch, dass sein Pferd krank sei und deshalb in Spanien bleiben musste. Aha, aha!

Gegen 12 Uhr dann ein Schiff! *Tuuut tuuuut* Der Nikolaus? Nein, erstmal zwei kleinere Schiffe voller Zwarte Pieten! Die hatten wohl nen Flummi gefrühstückt, sprangen rum wie wild und warfen kleine Peffernüsse wie Kamelle. Ein riesen Spaß! :D








Ein paar Lieder weiter war es dann soweit! Der Nikolaus!!! Der hatte dann ein viel größeres und schickeres Schiff mit Goldverzierungen und einer absolut genialen Mini-Dampforgel. Herrlich! Auch hier war der Nikolaus umringt von seinen Helferlein, die aus dem Winken und Hüpfen gar nicht mehr rauskamen.









Runter vom Schiff, rauf auf die Bühne und den dort aufgestellten Thron. Beim darauffolgenden Interview stellte sich heraus, dass Sinterklaas ein Fan von Metallica ist! ;) Weiteres Singen, Tanzen, Klatschen - eine grandiose Party und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lachen.

Doch jede Party geht einmal zuende, aber der Zug durch die Stadt stand ja noch an. Ohne Pferd? Natürlich nicht! Der Bürgermeister hatte sich darum gekümmert und einen Schimmel namens Amerikano von der berittenen Polizei organisiert.

Wie ein kleiner Karnevalsumzug mit Musik- und Fußgruppen, natürlich alle als schwarze Peter verkleidet. Und am Schluss dann der ehrwürdige Nikolaus, begleitet von seiner persönlichen berittenen Garde.









So machte er seinen Weg durch die Stadt und am Ende gab es noch eine Ansprache an der Börse. Aber die haben wir uns nicht mehr angeschaut. Genug Sinterklaas, genug Kruidnoten - aber ein gelungener Mittag!




Definitiv eine der lustigsten Veranstaltungen, die ich je erlebt habe! Ein bisschen wie Karneval, nur ohne Alkohol! ;)