Ein Aufenthalt in den Niederlanden ohne Fahrrad? Nein, das geht gar nicht! Deshalb hatte ich ja schon damit gerechnet, dass ich mir hier ein altes Klapper-Fahrrad kaufen muss, aber netterweise darf ich das Rad meines Vermieters Herman nutzen ;) Natürlich mit einem dicken Schloss ausgestattet, denn auch in Rotterdam werden Fahrräder geklaut...Herman wies mich auch noch darauf hin, im Dunkeln bloß nicht ohne Licht zu fahren. Die Politie jagt hier derartige Verkehrssünder mit dem Auto oder ebenfalls auf dem Rad und man bräuchte gar nicht erst probieren, ihnen zu entkommen. Na ja, dann muss man halt zahlen.
Misstrauisch beäugte ich den herabhängenden Dynamo am Voderrad, den Herman demonstrierend nach oben drehte. Das Rücklicht ist weg, aber oben im Schrank liege eines zum Anklipsen. Jut...
Nun wollte ich mich also auf die bereits beschriebene Suche nach einem Internetcafé machen. Es war inzwischen dunkel und übrigens auch um 22 Uhr noch tierisch warm und schwül. Die Batterien des Rücklichts waren leider leer und ich lieh mir eine Lampe von meinem Mitbewohner aus. Ich drehte den Dynamo hoch und trat in die Pedale...
Ui, die ersten Tritte waren bereits recht anstrengend. Zwar besitzt das Rad eine 3-Gang-Schaltung, nur leider ist diese verrostet und ausgerechnet der dritte Gang ist nun unverstellbar eingerastet :-/ Leichte Anstiege (mehr gibt es hier ja eh nicht), Gegenwind und das Anfahren an einer Ampel werden so bereits zu einer Herausforderung...
Es dauerte nicht lang, da sollte sich mein anfänglichen Vorbehalte gegenüber dem Dynamo bewahrheiten. Er drehte sich einfach ein Stück runter und lief nun nicht mehr auf dem Schlauch, sondern auf der Felge. Waaaah, war das laut! Also anhalten und wieder hochdrehen... Das machte ich dann so etwa 6 oder 7-mal, dann hatte ich eine Technik ausgeklügelt, wie das Ganze auch während der Fahrt mit dem Fuß zu bewerkstelligen war :) Na ja, bis dann irgenwann das Kabel aus dem Dynamo rutschte... Verdammt! Ich schob das Rad ins Licht einer Laterne, setzte mich auf eine Mauer und versuchte mich an einer Reparatur - vergeblich! Ich saß noch ein wenig auf der Mauer, verfluchte Rotterdam und wünschte mir Berlin und mein eigenes Fahrrad zurück...
Dann trat ich den Heimweg an: Anstiege schiebend und sonst langsam fahrend im Schutze der dunklen Gehwege. Ich kam in meinem Zimmer an, ohne dass mich ein Polizist angehalten hat - immerhin das!
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Alltag
3 Kommentare:
So ein heißes Fahrrad... ;)
Zum Thema Gangschaltung fällt mir aber grad was ein! :)
Du kannst mit dem kleinen Dingens, was an dem Seilzug der Gangschaltung an der Radachse hinten hängt, den Gang dauerhaft auf einen leichteren einstellen! Dafür musst du diesen Stift, der in das kleine Dingens reingeht, einfach weiter reinschieben, sodass diese kleine "Kette", die in die Achse geht, weiter rausguckt. Musst wahrscheinlich ein bisschen ziehen, damit sich da was tut, aber die Mühe sollte es auf Dauer wert sein ;)
Viel Erfolg!
Felix
By: Unknown on 10. August 2008 um 17:17
Ääähm, ja... Ich werde mein Bestes geben! Gang zwei wäre ja schon mal was, nech :)
By: Judith on 10. August 2008 um 20:31
hm, geht leider nicht... das sieht irgendwie anders aus und da lässt sich nix bewegen :(
bin nun sogar zum fietsmaker gefahren... der meinte, dass das ganz schön teuer werden könnte...
waaaah, verdammt! :-| vielleicht dann doch lieber die erasmusbrug hochschieben ;)
By: Judith on 17. August 2008 um 23:50
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